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Laufbahnen bei der Feuerwehr: mittlerer, gehobener und höherer Dienst

Feuerwehr-ABC

Bei einer Berufsfeuerwehr gibt es unterschiedliche Laufbahnen, die sich vor allem bei Zugangsvoraussetzungen, Ausbildung und späterer Verantwortung unterscheiden. Klassisch wird zwischen mittlerem, gehobenem und höherem feuerwehrtechnischen Dienst unterschieden. In den Laufbahnrechten vieler Bundesländer werden inzwischen andere Bezeichnungen wie Laufbahngruppe 1 und Laufbahngruppe 2 mit verschiedenen Einstiegsämtern verwendet. Die traditionellen Begriffe sind bei Bewerbern und in vielen Karriereinformationen aber weiterhin geläufig.

Welche Feuerwehr-Laufbahn für dich infrage kommt, hängt insbesondere von deinem Schulabschluss, einer vorhandenen Berufsausbildung oder deinem Studium ab. Gleichzeitig unterscheiden sich die Einstiegsmodelle von Stadt zu Stadt. Einige Berufsfeuerwehren bieten beispielsweise Zugangswege direkt nach der Schule an, während andere für bestimmte Laufbahnen eine abgeschlossene Berufsausbildung oder einen Hochschulabschluss verlangen. Deshalb solltest du die konkrete Stellenausschreibung deiner Wunsch-Feuerwehr immer genau prüfen.

Welche Laufbahnen gibt es bei der Berufsfeuerwehr?

Die Laufbahnen strukturieren den beruflichen Einstieg und die weitere Karriere im feuerwehrtechnischen Dienst. Vereinfacht gesagt liegt im mittleren Dienst der Schwerpunkt besonders stark auf der praktischen Arbeit im Einsatz. Im gehobenen Dienst kommen umfangreichere Führungs-, Fach- und Organisationsaufgaben hinzu. Der höhere Dienst ist vor allem auf anspruchsvolle Führungs-, Leitungs- und strategische Funktionen ausgerichtet.

Diese Einteilung ist eine Orientierung. Die konkreten Laufbahnbezeichnungen, Einstiegsämter und Voraussetzungen richten sich nach dem jeweiligen Landesrecht. Deshalb können zwei Berufsfeuerwehren in unterschiedlichen Bundesländern ähnliche Karrierewege unter verschiedenen Bezeichnungen anbieten.

Mittlerer feuerwehrtechnischer Dienst

Der mittlere feuerwehrtechnische Dienst beziehungsweise die entsprechende Laufbahngruppe ist für viele Bewerber der klassische Weg in den operativen Einsatzdienst. Je nach Einstiegsmodell werden ein bestimmter Schulabschluss und häufig eine abgeschlossene, für den Feuerwehrdienst geeignete Berufsausbildung verlangt. Verschiedene Berufsfeuerwehren bieten inzwischen jedoch auch Modelle an, die eine berufliche Grundqualifizierung mit der feuerwehrtechnischen Ausbildung verbinden.

Nach erfolgreicher Ausbildung arbeitest du typischerweise in Brandbekämpfung und technischer Hilfeleistung sowie je nach Feuerwehr auch im Rettungsdienst. Mit Berufserfahrung und zusätzlichen Lehrgängen kannst du besondere Funktionen übernehmen und dich innerhalb der Laufbahn weiterentwickeln.

Gehobener feuerwehrtechnischer Dienst

Im gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst beziehungsweise in der entsprechenden Laufbahngruppe verbindet sich Feuerwehrpraxis stärker mit Führung und Fachverantwortung. Für den klassischen Einstieg wird häufig ein geeigneter Hochschulabschluss verlangt. Zusätzlich gibt es bei einzelnen Dienstherren besondere Studien- oder Qualifizierungsmodelle.

Spätere Aufgaben können beispielsweise Einsatzführung, vorbeugender Brandschutz, Technik, Ausbildung, Leitstelle oder Einsatzplanung umfassen. Diese Laufbahn eignet sich besonders für Bewerber, die technische und organisatorische Aufgaben mit Führungsverantwortung verbinden möchten.

Höherer feuerwehrtechnischer Dienst

Der höhere feuerwehrtechnische Dienst ist für besonders verantwortungsvolle Führungs- und Leitungsaufgaben vorgesehen. Für den klassischen Einstieg wird in der Regel ein geeigneter wissenschaftlicher Hochschulabschluss verlangt. Anschließend folgt die feuerwehrtechnische Qualifizierung nach den Vorgaben des jeweiligen Dienstherrn und Laufbahnrechts.

Später kannst du beispielsweise große Einsatzlagen führen, Fachbereiche leiten oder an strategischen Entscheidungen einer Berufsfeuerwehr mitwirken. Neben Feuerwehrwissen sind deshalb Führungskompetenz, analytisches Denken, Organisationsfähigkeit und ein sicherer Umgang mit komplexen Entscheidungen besonders wichtig.

Welche Schul- und Berufsabschlüsse brauchst du?

Die notwendige Vorbildung hängt von der gewünschten Laufbahn und dem konkreten Einstiegsmodell ab. Für klassische Einstiege in den mittleren Dienst kann neben dem Schulabschluss eine abgeschlossene Berufsausbildung erforderlich sein. Für weiterführende Laufbahnen werden häufig Hochschulabschlüsse vorausgesetzt. Die genaue Fachrichtung und der erforderliche Abschlussgrad können ebenfalls festgelegt sein.

Prüfe deshalb nicht nur, ob du allgemein einen Schul- oder Studienabschluss besitzt. Entscheidend ist, ob deine Qualifikation die konkrete Ausschreibung erfüllt. Wenn du die Voraussetzungen eines Einstiegswegs noch nicht erfüllst, kann möglicherweise ein anderes Ausbildungsmodell infrage kommen.

Direkteinstieg nach der Schule

Bei verschiedenen Berufsfeuerwehren gibt es inzwischen Karrierewege, die bereits nach einem geeigneten Schulabschluss beginnen. Solche Modelle kombinieren beispielsweise eine handwerklich-technische Qualifizierung mit der anschließenden feuerwehrtechnischen Ausbildung. Dadurch ist nicht bei jedem Einstiegsweg zwingend eine bereits abgeschlossene externe Berufsausbildung erforderlich.

Die Programme tragen je nach Feuerwehr unterschiedliche Namen und haben eigene Zugangsvoraussetzungen. Für Schulabgänger lohnt es sich deshalb besonders, mehrere Berufsfeuerwehren miteinander zu vergleichen. So kannst du herausfinden, welche Einstiegsmodelle zu deinem Abschluss passen.

Ausbildung und Vorbereitungsdienst

Die Ausbildung unterscheidet sich je nach Laufbahn. Im operativen Einstieg lernst du unter anderem Brandbekämpfung, technische Hilfeleistung, Atemschutz, Fahrzeug- und Gerätekunde sowie taktische Grundlagen. Je nach Berufsfeuerwehr können auch rettungsdienstliche Qualifikationen dazugehören.

In den weiterführenden Laufbahnen nehmen Führung, Einsatzplanung, Organisation, Recht und Verwaltung einen größeren Raum ein. Praktische Ausbildungsabschnitte und Lehrgänge sorgen dafür, dass du verschiedene Bereiche einer Berufsfeuerwehr kennenlernst. Ziel ist immer, dich auf die Aufgaben und die Verantwortung deiner späteren Laufbahn vorzubereiten.

Aufgaben in den verschiedenen Laufbahnen

Mit der Laufbahn verändert sich häufig der Schwerpunkt der Tätigkeit. Im mittleren Dienst bist du besonders stark in die praktische Einsatzarbeit eingebunden. Im gehobenen Dienst kommen zunehmend Führungs- und Fachaufgaben hinzu. Im höheren Dienst stehen größere Führungsverantwortung, Leitung und strategische Planung stärker im Mittelpunkt.

Die Grenzen sind jedoch nicht vollkommen starr. Auch Beamte weiterführender Laufbahnen können im Einsatzdienst tätig sein, während erfahrene Kräfte des mittleren Dienstes zusätzliche Fach- und Führungsfunktionen übernehmen können. Welche Aufgaben du tatsächlich ausübst, hängt von deinem Dienstposten und deiner Berufsfeuerwehr ab.

Dienstgrade und Amtsbezeichnungen

Mit den Laufbahnen sind unterschiedliche Ämter und Amtsbezeichnungen verbunden. Bekannte Bezeichnungen reichen beispielsweise von Brandmeister und Oberbrandmeister über Brandinspektor und Brandamtmann bis zu Brandrat oder Branddirektor. Die genaue Systematik richtet sich nach dem jeweiligen Landes- und Besoldungsrecht.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Amtsbezeichnung und Einsatzfunktion. Ein Dienstgrad beziehungsweise ein beamtenrechtliches Amt sagt nicht automatisch aus, welche taktische Funktion eine Person bei einem bestimmten Einsatz übernimmt. Dafür gelten eigene organisatorische und feuerwehrtaktische Regelungen.

Besoldung in den Laufbahnen

Die Besoldung richtet sich bei Beamten nach dem jeweiligen Besoldungsrecht und dem konkreten Amt. Mit weiterführenden Laufbahnen und höher bewerteten Ämtern steigen grundsätzlich auch die möglichen Besoldungsgruppen. Während des Vorbereitungsdienstes gelten wiederum besondere Anwärterbezüge beziehungsweise die jeweils vorgesehenen Regelungen.

Zusätzlich können je nach Dienstherr und Tätigkeit bestimmte Zulagen oder weitere Besoldungsbestandteile hinzukommen. Da sich Tabellen und Beträge verändern können, solltest du für konkrete Zahlen immer die aktuellen offiziellen Besoldungstabellen deines Bundeslandes verwenden.

Kannst du später die Laufbahn wechseln?

Eine einmal gewählte Laufbahn muss nicht zwingend den gesamten Berufsweg bestimmen. Unter bestimmten Voraussetzungen können Aufstiegs- oder Qualifizierungswege in eine weiterführende Laufbahn möglich sein. Dafür sind häufig Berufserfahrung, gute dienstliche Leistungen, zusätzliche Qualifikationen und ein internes Auswahlverfahren erforderlich.

Ein solcher Aufstieg erfolgt nicht automatisch. Die Voraussetzungen richten sich nach dem jeweiligen Laufbahnrecht und den Möglichkeiten des Dienstherrn. Wenn du langfristig eine weiterführende Laufbahn anstrebst, solltest du dich frühzeitig bei deiner Personalstelle über die notwendigen Schritte informieren.

Welche Laufbahn passt zu dir?

Wenn du besonders gerne praktisch arbeitest und möglichst nah am unmittelbaren Einsatzgeschehen sein möchtest, kann der operative Einstieg für dich attraktiv sein. Interessierst du dich zusätzlich für Führung, Planung und Fachaufgaben, kann eine weiterführende Laufbahn gut passen. Für den höheren Dienst solltest du außerdem Freude an strategischen Fragestellungen, Management und umfangreicher Führungsverantwortung mitbringen.

Neben deinen Interessen ist deine Vorbildung entscheidend. Vergleiche deshalb deine Abschlüsse mit den konkreten Zugangsvoraussetzungen. Es kann sinnvoll sein, den Einstieg zunächst über eine passende Laufbahn zu wählen und später weitere Entwicklungsmöglichkeiten zu nutzen.

Auswahlverfahren

Unabhängig von der Laufbahn musst du normalerweise ein Auswahlverfahren durchlaufen. Die konkreten Bestandteile unterscheiden sich je nach Berufsfeuerwehr und Einstiegsweg. Möglich sind schriftliche oder computergestützte Einstellungstests, Sportprüfungen, praktische Aufgaben, Interviews, Assessment-Center-Bausteine und eine medizinische Eignungsuntersuchung.

Bei weiterführenden Laufbahnen können Führungsfähigkeit, analytisches Denken, Präsentationskompetenz und Entscheidungsverhalten stärker gewichtet werden. Informiere dich deshalb genau über das Auswahlverfahren für den konkreten Karriereweg, auf den du dich bewirbst.

Tipps für Bewerber

Entscheide dich nicht nur nach dem Namen einer Laufbahn. Prüfe zuerst, welche Aufgaben dich interessieren und welche Zugangsvoraussetzungen du bereits erfüllst. Vergleiche anschließend mehrere Berufsfeuerwehren, weil sich Einstiegsmodelle und Laufbahnbezeichnungen unterscheiden können. Wenn du deinen passenden Weg gefunden hast, solltest du dich frühzeitig auf Einstellungstest, Sportprüfung und persönliche Auswahlstufen vorbereiten.

Der Ausbildungspark Verlag ist auf Vorbereitungsmaterialien für Einstellungstests und Auswahlverfahren im öffentlichen Dienst spezialisiert. Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft (DFeuG) empfiehlt die Vorbereitungsmaterialien des Ausbildungspark Verlags für angehende Feuerwehrbewerber. Mit Testtraining, Sportvorbereitung und Übungen für Interviews und Assessment Center kannst du dich gezielt auf die verschiedenen Auswahlstufen vorbereiten.

Fazit

Die Feuerwehr-Laufbahnen bieten unterschiedliche Wege vom operativen Einsatzdienst bis zu anspruchsvollen Führungs- und Leitungsfunktionen. Klassisch werden mittlerer, gehobener und höherer feuerwehrtechnischer Dienst unterschieden, auch wenn die offiziellen Laufbahnbezeichnungen heute je nach Bundesland anders lauten können. Welche Laufbahn zu dir passt, hängt von Vorbildung, Interessen und Karrierezielen ab. Da Berufsfeuerwehren unterschiedliche Einstiegsmodelle anbieten, lohnt sich ein genauer Vergleich. Wer seinen Karriereweg früh plant, kann Ausbildung, Studium und Bewerbung gezielt darauf ausrichten.

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