Ausbildung bei der Werkfeuerwehr: Voraussetzungen, Ablauf und Einstellungstest
Brandschutz, Gefahrenabwehr, Leben retten: Als Werkfeuerwehrmann arbeitest du dort, wo besondere Gefahren bestehen. Doch wie läuft die Ausbildung ab und welche Voraussetzungen musst du erfüllen?
Große Industriebetriebe, Flughäfen oder Kraftwerke haben besondere Risiken. Brände, technische Störungen oder Unfälle können hier schnell weitreichende Folgen haben. Deshalb gibt es in einigen Unternehmen eine eigene Werkfeuerwehr. Wenn du direkt nach der Schule in den Feuerwehrberuf einsteigen möchtest, kann die Ausbildung bei der Werkfeuerwehr für dich besonders interessant sein – denn Werkfeuerwehrmann bzw. Werkfeuerwehrfrau ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf.
Doch wie läuft die Ausbildung bei der Werkfeuerwehr ab? Welche Voraussetzungen musst du erfüllen und was erwartet dich im Einstellungstest?
Was ist eine Werkfeuerwehr?
Eine Werkfeuerwehr ist für den Brandschutz und die Gefahrenabwehr innerhalb eines bestimmten Unternehmens oder Betriebsgeländes zuständig. Du findest Werkfeuerwehren vor allem dort, wo besondere Gefahren bestehen, beispielsweise in der Chemieindustrie, an Flughäfen, in Kraftwerken, bei Automobilherstellern oder in großen Betrieben der Metall- und Elektroindustrie.
Die Aufgaben ähneln in vielen Bereichen denen einer öffentlichen Feuerwehr. Werkfeuerwehrleute bekämpfen Brände, retten Menschen, leisten technische Hilfe und eilen bei Unfällen oder Gefahrstoffaustritten zu Hilfe. Gleichzeitig müssen sie die besonderen Anlagen, Produktionsprozesse und Gefahren ihres eigenen Betriebs sehr genau kennen. Auch vorbeugender Brandschutz und die Kontrolle von Brandschutzeinrichtungen gehören zum Berufsalltag.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Werkfeuerwehrmann/zur Werkfeuerwehrfrau?
Die Werkfeuerwehr-Ausbildung dauert drei Jahre und ist eine anerkannte Berufsausbildung. Ein wichtiger Vorteil für Schulabgänger: Du kannst diesen Berufsweg direkt über eine Ausbildung einschlagen, ohne vorher einen anderen Beruf erlernen zu müssen, wie es bei öffentlichen Feuerwehren meistens der Fall ist.
Die Ausbildung verbindet spezifisches Feuerwehrwissen mit handwerklichen und technischen Fähigkeiten, zum Beispiel aus den Bereichen Metall, Elektrotechnik, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie Holzbau. Dieses Wissen hilft dir später im Beruf bei technischen Hilfeleistungen und Einsätzen in komplexen Industrieanlagen. Gleichzeitig lernst du die eigentliche Feuerwehrarbeit kennen. Auf dem Ausbildungsplan stehen beispielsweise Brandbekämpfung, Atemschutz, technische Hilfeleistung, Menschenrettung, der Umgang mit Feuerwehrfahrzeugen und Geräten sowie Einsätze mit radioaktiven, biologischen und chemischen Gefahrstoffen. Auch Inhalte aus dem Rettungsdienst und dem vorbeugenden Brandschutz gehören zur Ausbildung.
Welche Voraussetzungen gelten für die Werkfeuerwehr-Ausbildung?
Rechtlich ist für die Ausbildung kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Die Ausbildungsbetriebe entscheiden allerdings selbst, welche Anforderungen sie an die Bewerberinnen und Bewerber stellen. Deshalb solltest du die Stellenbeschreibung deines Wunscharbeitgebers genau prüfen.
Eine sehr wichtige Rolle spielen vor allem deine persönliche und gesundheitliche Eignung für den Beruf. Du solltest körperlich fit sein und keine Probleme damit haben, unter Atemschutz, in engen Räumen oder in großen Höhen zu arbeiten. Technisches Verständnis, handwerkliches Geschick, Verantwortungsbewusstsein und Teamfähigkeit sind ebenfalls wichtige Eigenschaften, die du mitbringen solltest. Im Einsatz musst du außerdem auch unter Stress konzentriert handeln, denn du und dein Team müsst euch immer aufeinander verlassen können.
Je nach Ausbildungsbetrieb können weitere Voraussetzungen hinzukommen, etwa ein Schwimmabzeichen, ein bestimmtes Mindestalter oder eine Fahrerlaubnis für Feuerwehrfahrzeuge.
Einstellungstest bei der Werkfeuerwehr: Was wird geprüft?
Wer sich für eine Ausbildung bei der Werkfeuerwehr bewirbt, muss häufig zunächst ein Auswahlverfahren bestehen. Einen bundesweit einheitlichen Einstellungstest für die Werkfeuerwehr gibt es allerdings nicht – jeder Ausbildungsbetrieb kann sein Verfahren anders gestalten. Typische Bestandteile des Tests können sein:
- schriftlicher Einstellungstest mit Fragen/Aufgaben aus den Bereichen Mathematik, Deutsch, Logik oder Allgemeinwissen
- ein Sporttest zur Überprüfung von Kraft, Ausdauer und Koordination
- praktische Aufgaben zu technischem Verständnis und handwerklichem Geschick
- Vorstellungsgespräch oder Assessment Center
- arbeitsmedizinische bzw. feuerwehrärztliche Untersuchung
Es kann auch zusätzlich geprüft werden, ob du höhentauglich bist oder mit der besonderen körperlichen Belastung des Feuerwehrdienstes zurechtkommst. Gerade den Sporttest solltest du daher nicht unterschätzen. Wenn du dich früh bewirbst, solltest du auch rechtzeitig mit dem Training beginnen.
Auf den schriftlichen Einstellungstest kannst du dich ebenfalls gezielt vorbereiten. Besonders die Bereiche Mathematik, Sprachverständnis, Rechtschreibung, logisches Denken und technisches Verständnis lassen sich gut trainieren.
Werkfeuerwehr und Berufsfeuerwehr: Wo liegt der Unterschied?
Der größte Unterschied liegt im Zuständigkeitsbereich. Eine Berufsfeuerwehr übernimmt den öffentlichen Brandschutz einer Stadt oder Kommune, während eine Werkfeuerwehr in erster Linie einen bestimmten Betrieb und dessen Anlagen, Beschäftigte und Infrastruktur schützt.
Auch der Einstieg kann unterschiedlich sein. Die Ausbildung zum Werkfeuerwehrmann bzw. zur Werkfeuerwehrfrau ist eine dreijährige anerkannte Berufsausbildung. Bei der Berufsfeuerwehr hängen Ausbildungsweg und Voraussetzungen dagegen von der jeweiligen Feuerwehr und Laufbahn ab. In der Regel wird bei Berufsfeuerwehren eine abgeschlossene Berufsausbildung vorausgesetzt.
Fazit: Die Werkfeuerwehr bietet einen direkten Einstieg in den Feuerwehrberuf
Wenn du Feuerwehr und Technik miteinander verbinden möchtest, ist die Ausbildung bei der Werkfeuerwehr eine spannende Alternative zur klassischen Berufsfeuerwehr. Innerhalb von drei Jahren erwirbst du sowohl handwerkliche und technische Kenntnisse als auch eine umfassende feuerwehrfachliche Ausbildung.
Die Ausbildungsplätze sind allerdings begehrt und viele Arbeitgeber führen ein anspruchsvolles Auswahlverfahren durch. Informiere dich daher frühzeitig über die Voraussetzungen deines Wunschbetriebs und bereite dich gezielt auf Einstellungstest, Sporttest und Vorstellungsgespräch vor.
Weitere Infos
Bereit für die Herausforderung? Teste dein Feuerwehr-Wissen jetzt kostenlos mit unserem realistischen Online-Übungstest.
Das Auswahlverfahren meistern: Mit dem eTrainer bereitest du dich online perfekt auf den Einstellungstest der Feuerwehr vor!
Unsere Empfehlungen für dich:
empfohlen von:
