Quereinstieg bei der Feuerwehr: So gelingt der Wechsel
Du stehst bereits voll im Berufsleben, möchtest dich aber neu erfinden? Wenn du Verantwortung übernehmen und Anderen helfen möchtest, ist der Quereinstieg bei der Feuerwehr eine interessante Option.
Der Einstieg mit einer bereits abgeschlossenen Berufsausbildung ist bei vielen Berufsfeuerwehren ein gängiger Karriereweg. Ein direkter Wechsel vom bisherigen Arbeitsplatz auf die Feuerwache ist allerdings nicht möglich. Auch als Quereinsteiger musst du die Einstellungsvoraussetzungen der Feuerwehr erfüllen, das Auswahlverfahren bestehen und eine feuerwehrtechnische Ausbildung absolvieren.
Quereinstieg Feuerwehr: Was bedeutet das überhaupt?
Wenn von einem Quereinstieg bei der Feuerwehr die Rede ist, geht es meistens um Bewerber, die bereits einen anderen Beruf erlernt oder einige Jahre darin gearbeitet haben und anschließend zur Feuerwehr wechseln möchten. Eine vorherige Berufsausbildung in einem anderen Bereich war für den Einstieg in den mittleren feuerwehrtechnischen Dienst allerdings lange Zeit der Normalfall.
Auch heute setzen zahlreiche Feuerwehren eine abgeschlossene Berufsausbildung voraus. Wie die genau beschaffen sein muss, ist aber nicht einheitlich geregelt. Die Feuerwehr München verlangt für ihren Einstieg „112 Klassisch“ beispielsweise eine anerkannte Berufsausbildung mit einer Regelausbildungszeit von mindestens zwei Jahren.
Der Begriff Quereinstieg passt bei der Feuerwehr also eigentlich nur bedingt: Wer bereits einen Beruf gelernt hat und sich anschließend zur Brandmeisterin bzw. zum Brandmeister ausbilden lässt, nutzt in vielen Fällen einen ganz regulären Einstiegsweg.
Welche Berufe eignen sich für den Quereinstieg bei der Feuerwehr?
Besonders gute Voraussetzungen bringen Bewerber aus handwerklichen und technischen Berufen mit. Dazu gehören zum Beispiel Berufe aus den Bereichen:
- Metall- und Elektrotechnik
- Kraftfahrzeugtechnik
- Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik
- Bau und Holzverarbeitung
- Maschinen- und Anlagentechnik
Für Bewerber mit abgeschlossener Berufsausbildung führt der Weg zur Feuerwehr über die Ausbildung zur Brandmeisterin bzw. zum Brandmeister. Deine bisherige Berufserfahrung ersetzt die Feuerwehrausbildung also nicht. Sie ermöglicht dir vielmehr den Zugang zu dieser Laufbahn.
Je nach Bundesland wird die Laufbahn unterschiedlich bezeichnet, zum Beispiel als mittlerer feuerwehrtechnischer Dienst, Laufbahngruppe 1 oder zweite Qualifikationsebene. Die Dauer der Ausbildung unterscheidet sich ebenfalls. Bei der Feuerwehr München dauert der Vorbereitungsdienst für Berufserfahrene derzeit zwölf Monate, in Köln dauert die Ausbildung zum Brandmeister 18 Monate.
Übrigens: Auch der Einstieg ohne abgeschlossene Ausbildung ist inzwischen bei einigen Feuerwehren möglich. Dafür wurden sogenannte Stufenausbildungen oder vergleichbare Ausbildungsmodelle geschaffen, bei denen du zuerst einmal die notwendigen handwerklich-technischen Grundlagen erwirbst.
Feuerwehr Quereinstieg mit Studium
Auch ein abgeschlossenes Studium kann dir den Einstieg in den feuerwehrtechnischen Dienst ermöglichen. Dann kommt je nach Studienabschluss und Feuerwehr auch eine Laufbahn mit Führungsverantwortung infrage.
Für den Einstieg in den früher sogenannten gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst verlangt die Feuerwehr häufig einen geeigneten Bachelorabschluss. Die Feuerwehr München bietet hierfür beispielsweise die Ausbildung „112 Bachelor“ an. Voraussetzung ist unter anderem ein erfolgreicher Abschluss eines für den feuerwehrtechnischen Dienst geeigneten Diplom- oder Bachelorstudiengangs. Der anschließende Vorbereitungsdienst dauert dort zwei Jahre.
Auch hier gilt: Nicht jeder Studiengang eröffnet automatisch den Zugang. Welche Fachrichtungen anerkannt werden, hängt vom jeweiligen Bundesland und der Berufsfeuerwehr ab. Mit einem geeigneten höheren Hochschulabschluss kann außerdem ein Einstieg in den höheren feuerwehrtechnischen Dienst möglich sein. Hier stehen später insbesondere Führungs-, Organisations- und Leitungsaufgaben im Mittelpunkt.
So bereitest du deinen Quereinstieg bei der Feuerwehr vor
Wenn du ernsthaft über einen Quereinstieg nachdenkst, solltest du zuerst herausfinden, welche Feuerwehr für dich infrage kommt. Beachte insbesondere die Voraussetzungen: Besonders wichtig sind Berufsabschluss, Altersgrenze, Führerschein, gesundheitliche Anforderungen und eventuell benötigte Schwimm- oder Sportnachweise.
Danach solltest du dich gezielt auf das Auswahlverfahren vorbereiten. Beim schriftlichen Feuerwehr-Einstellungstest können unter anderem Mathematik, Deutsch, Logik, Konzentration, Allgemeinwissen sowie technisches und naturwissenschaftliches Verständnis gefragt sein. Gleichzeitig solltest du frühzeitig für den Sporttest trainieren.
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