Brandmeister (Laufbahngruppe 1, 2. Einstiegsamt) in Essen: Erfahrungsbericht zum Auswahlverfahren
Schon früh stand für Daniel fest, dass er einen Beruf mit Verantwortung ausüben möchte. Heute ist der 27-Jährige Feuerwehrmann bei der Berufsfeuerwehr Essen. Wie er den Weg durch das Auswahlverfahren gemeistert hat, erzählt er hier.
Schon als Jugendlicher hat mich alles begeistert, was mit Technik und Teamarbeit zu tun hatte. Ich bin im Ruhrgebiet aufgewachsen und habe nach der Schule häufig die Einsätze der Feuerwehr in meiner Nachbarschaft beobachtet. Beeindruckt hat mich dabei vor allem, wie ruhig und professionell die Einsatzkräfte auch in schwierigen Situationen gearbeitet haben. Nach und nach entstand bei mir der Wunsch, selbst einmal diesen Beruf auszuüben.
Nach meinem Hauptschulabschluss absolvierte ich zunächst eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Die handwerkliche Arbeit machte mir Spaß, trotzdem ließ mich der Gedanke an die Berufsfeuerwehr nie los. Nachdem ich meine Gesellenprüfung erfolgreich bestanden hatte, erfüllte ich die Voraussetzungen für die Brandmeisterausbildung und bewarb mich bei der Feuerwehr Essen. Einige Wochen später erhielt ich die Einladung zum Auswahlverfahren.
Vorbereitung auf das Auswahlverfahren
Als ich die Einladung gelesen hatte, wurde mir schnell klar, dass ich mich gut vorbereiten musste. Für den schriftlichen Test wiederholte ich Mathematik, trainierte Konzentrationsaufgaben und übte logische Denkaufgaben. Außerdem beschäftigte ich mich mit Fragen aus den Bereichen Allgemeinwissen, Sprachverständnis sowie technischem und räumlichem Vorstellungsvermögen. Gerade die technischen Aufgaben lagen mir durch meine Berufsausbildung, bei den Sprachaufgaben musste ich dagegen etwas mehr üben.
Parallel dazu stellte ich meinen Trainingsplan um. Ich ging regelmäßig laufen, trainierte Kraft und Ausdauer im Fitnessstudio und besuchte einmal pro Woche das Schwimmbad. Besonders das Tauchen und längere Schwimmstrecken wollte ich nicht unterschätzen.
Der Einstellungstest und der Sporttest
Am Tag des Auswahlverfahrens der Berufsfeuerwehr Essen war die Anspannung bei allen Bewerbern deutlich zu spüren. Zunächst stand der schriftliche Einstellungstest auf dem Programm. Die Aufgaben waren abwechslungsreich und verlangten konzentriertes Arbeiten. Neben Allgemeinwissen und Mathematik wurden auch Logik, Konzentrationsfähigkeit, Sprachverständnis sowie technisches und räumliches Denken geprüft. Ich war froh, dass ich mich in den Wochen zuvor gezielt vorbereitet hatte.
Im Anschluss folgte der Sporttest im Auswahlverfahren der Berufsfeuerwehr Essen. Dieser hatte es wirklich in sich. Nach dem 3.000-Meter-Lauf standen unter anderem ein 200-Meter-Schwimmen und ein 10-Meter-Tauchen auf dem Programm. Danach ging es ohne lange Pause mit verschiedenen Kraft- und Koordinationsübungen weiter: CKCU-Test, Kasten-Bumerang-Test, Beugehang, Wechselsprünge, seitlicher Medizinballwurf, Liegestütze und Gleichgewichtstests.
Besonders spannend fand ich das Drehleitersteigen. Obwohl ich keine Höhenangst habe, war es ein ungewohntes Gefühl, die Leiter hinaufzusteigen. Zum Abschluss mussten wir bei einer Rettungsübung zeigen, dass wir auch unter körperlicher Belastung ruhig und strukturiert arbeiten können. Am Ende des Tages war ich erschöpft, aber auch erleichtert, alle Stationen geschafft zu haben.
Das Vorstellungsgespräch
Einige Tage später wurde ich zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Die Atmosphäre war deutlich angenehmer, als ich erwartet hatte. Die Prüfer wollten vor allem wissen, warum ich Feuerwehrmann werden möchte, welche Erfahrungen ich aus meiner Berufsausbildung mitbringe und wie ich mit Stress oder Konflikten umgehe. Außerdem sprachen wir über Teamarbeit, Verantwortungsbewusstsein und darüber, wie ich mir den Berufsalltag bei der Feuerwehr vorstelle.
Ich versuchte, offen und ehrlich zu antworten und meine Motivation deutlich zu machen. Rückblickend glaube ich, dass Authentizität wichtiger im Auswahlverfahren der Berufsfeuerwehr Essen war als auswendig gelernte Antworten.
Die ärztliche Untersuchung
Nachdem ich die bisherigen Schritte des Auswahlverfahrens der Berufsfeuerwehr Essen bestanden hatte, folgte die medizinische Untersuchung. Dabei wurden unter anderem Seh- und Hörvermögen, Lungenfunktion, Herz-Kreislauf-System sowie die allgemeine körperliche Belastbarkeit überprüft. Zusätzlich mussten Blut- und Urinproben abgegeben werden. Die Untersuchung war sehr gründlich, schließlich müssen Feuerwehrleute im Einsatz körperlich voll belastbar sein.
Als ich schließlich die Zusage erhielt, war ich unglaublich erleichtert. Die intensive Vorbereitung hatte sich ausgezahlt. Heute bin ich froh, den Schritt gewagt zu haben. Die Ausbildung zum Brandmeister ist anspruchsvoll und fordernd, aber sie bietet jeden Tag neue Herausforderungen und die Möglichkeit, Menschen in schwierigen Situationen zu helfen. Genau deshalb ist sie für mich die richtige Entscheidung gewesen.
Daniel, Brandmeister in Essen
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