Brandoberinspektor (gehobener feuerwehrtechnischer Dienst) in Frankfurt am Main: Erfahrungsbericht zum Auswahlverfahren
Nach ihrem Bachelor in Sicherheitstechnik zog es Emily (26) zur Frankfurter Branddirektion. Heute leitet sie dort Einsätze als Brandoberinspektorin und blickt hier auf die Hürden ihres damaligen Auswahlverfahrens zurück.
Wenn ich heute auf dem Beifahrersitz des Einsatzleitwagens durch Frankfurt fahre, muss ich manchmal an den Tag meiner Bewerbung zurückdenken. Direkt nach meinem Bachelor-Abschluss in Sicherheitstechnik stand ich vor der Wahl: Entweder ein sicherer Bürojob in einem Ingenieurunternehmen oder die Praxis an der vordersten Front. Ich wollte Verantwortung, Dynamik und schnelle Entscheidungen.
Das Auswahlverfahren der Berufsfeuerwehr Frankfurt trennte damals ziemlich schnell die Spreu vom Weizen. Die Rahmenbedingungen für den gehobenen Dienst waren mit meinem Studium erfüllt. Was die Frankfurter Prüfung so besonders macht, ist die Aufteilung. Während die angehenden Brandmeister im mittleren Dienst ihr Können in einem schriftlichen Computertest beweisen, liegt der Fokus bei uns Brandoberinspektoren auf einem Assessment Center.
Das Assessment Center
Im Assessment Center im Auswahlverfahren der Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main wurde genau hingeschaut, ob man mit Mitte zwanzig schon das Zeug dazu hat, eine Mannschaft zu führen und in Stresssituationen klare Ansagen zu machen.
Die erste Aufgabe war eine Präsentation. Ich bekam ein Thema zugeteilt, musste dieses unter Zeitdruck strukturieren und anschließend vor dem Prüfungskomitee frei vortragen. Direkt im Anschluss ging es in die Gruppendiskussion mit den anderen Bewerbern. Hier wollten die Beobachter sehen, wer das Gespräch sachlich lenkt und die Gruppe zu einer Lösung führt, ohne die anderen einfach niederzubügeln. Die härteste Nuss war das Rollenspiel, bei dem ein Konfliktgespräch simuliert wurde. Mein fiktiver Mitarbeiter blockte im Gespräch völlig ab. In so einem Moment merkt man schnell, dass einem die Theorie aus dem Studium nicht weiterhilft – da zählen nur Empathie, Durchsetzungsvermögen und ein kühler Kopf.
Die Praxisprüfung
Wer das Assessment Center im Auswahlverfahren der Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main überstanden hatte, durfte sich am darauffolgenden Tag ins Sport-Outfit schmeißen. Frankfurt verzichtet beim sportlichen Teil auf klassische Leichtathletik-Disziplinen und testet stattdessen Aufgaben, die den späteren Arbeitsalltag eins zu eins widerspiegeln.
Der Einstieg war das Drehleitersteigen. Gut gesichert klettert man die komplett ausgefahrene Leiter zügig nach oben. Höhenangst ist hier ein absolutes K.-o.-Kriterium. Kaum wieder unten angekommen, ging es direkt in die Atemschutz-Übungsstrecke. Mit einer dichten Maske auf dem Gesicht musste ich mich vorwärts tasten. Das Gefühl der Enge und das laute eigene Atmen unter der Maske simulierten perfekt den Stress, den ich heute bei Kellerbränden erlebe.
Danach folgte ein schneller Hindernisparcours, bei dem die allgemeine Beweglichkeit und Koordination geprüft wurden. Den finalen Härtetest bildete das Treppenhaus: Mit schweren Schlauchtragekörben in den Händen mussten wir mehrere Stockwerke hochsprinten. Auf den letzten Stufen brannten die Oberschenkel extrem, aber das Durchhalten war Pflicht.
Das Vorstellungsgespräch und der finale Arzt-Check
Nach den physischen Strapazen stand das persönliche Vorstellungsgespräch im Auswahlverfahren der Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main an, bei dem die Auswahlkommission noch einmal die charakterliche Eignung und die Motivation hinterfragte.
Später musste ich noch zur gründlichen ärztlichen Untersuchung auf Feuerwehrdiensttauglichkeit im darauffolgenden Monat.
Als damals die Zusage im Briefkasten lag, war der Stein, der mir vom Herzen fiel, riesig. Rückblickend war das Auswahlverfahren der Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main der perfekte Vorgeschmack auf die Ausbildung und meinen heutigen Berufsalltag – anstrengend, aber jede Sekunde Vorbereitung wert.
Emily, Brandoberinspektorin in Frankfurt am Main
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