Brandmeister (Laufbahngruppe 1, 2. Einstiegsamt) in Hamburg: Erfahrungsbericht zum Auswahlverfahren
In der Sterne-Küche ging es heiß her, doch er wollte echte Einsätze statt kochender Töpfe: Heute absolviert der 23-jährige Felix seine Ausbildung zum Brandmeister bei der Hamburger Feuerwehr und berichtet von seinen Erfahrungen vom Auswahlverfahren.
Ich bin in Regensburg aufgewachsen und habe nach meinem Realschulabschluss eine Ausbildung zum Koch in einem gehobenen Hotelbetrieb gemacht. Der Job hat mir Spaß gemacht: Man arbeitet unter extremem Zeitdruck, muss im Team funktionieren und behält auch dann die Nerven, wenn rundherum alles brennt – im sprichwörtlichen Sinne. Doch nach zwei Jahren als Geselle merkte ich, dass mir etwas fehlte. Ich wollte einen Beruf mit Sinn, bei dem ich Menschen direkt helfen kann. Da mich Hamburg als Stadt schon immer fasziniert hat und die dortige Berufsfeuerwehr einen exzellenten Ruf genießt, traf ich eine radikale Entscheidung: Bewerbung abschicken und den Kochlöffel gegen den Feuerwehrschlauch tauschen. Da ich eine abgeschlossene Ausbildung vorweisen konnte, öffnete sich für mich die Tür für die Brandmeister-Laufbahn. Ich stellte mich mental auf das anspruchsvolle Auswahlverfahren der Berufsfeuerwehr Hamburg ein.
Der schriftliche Test
Als angehender Brandmeister unterscheidet sich mein Weg von den Brandoberinspektoren, die ein Assessment Center durchlaufen. Für mich ging es im Auswahlverfahren der Berufsfeuerwehr Hamburg zuerst an den schriftlichen Einstellungstest.
Dieser Test wird am PC absolviert und verlangt einem psychologisch einiges ab. Der Fokus lag ganz klar auf den mathematischen Fähigkeiten und der fehlerfreien deutschen Rechtschreibung sowie Grammatik. Was mich aber am meisten ins Schwitzen gebracht hat, waren die Module zur Konzentration und Merkfähigkeit. Man muss unter enormem Zeitdruck komplexe Muster erkennen und sich Zahlenreihen merken. Dank einer mehrwöchigen Vorbereitung konnte ich hier aber die nötigen Punkte einfahren.
Der Hamburger Sporttest
Wer den schriftlichen Teil meistert, wird zum Sporttest eingeladen, der für alle Laufbahnen in Hamburg Pflicht ist. Als Koch steht man zwar 10 bis 12 Stunden auf den Beinen, aber für diesen Teil im Auswahlverfahren der Berufsfeuerwehr Hamburg musste ich in den Wochen davor trotzdem knallhart trainieren.
Der Ablauf in der Sporthalle war extrem vielseitig und anstrengend:
- Die Kraft- und Koordinationsstationen: Liegestütze, Wechselsprünge und der berüchtigte Kasten-Bumerang-Test mussten in Bestzeit absolviert werden.
- Die spezifischen Fitness-Tests: Beim CKCU-Test (Closed Kinetic Chain Upper Extremity), dem Medizinballwurf und dem Beugehang an der Klimmzugstange brannten die Muskeln bis zum Anschlag.
- Das Finale: Zum Schluss ging es auf die Bahn für den 3.000-Meter-Lauf. Nach den ganzen Vorübungen war das eine reine Willensleistung, bei der ich alles aus mir herausholen musste.
Ein ganz besonderer und extrem realistischer Teil im Auswahlverfahren der Berufsfeuerwehr Hamburg ist die Überprüfung der praktischen Tauglichkeit. Hier wird geschaut, ob man überhaupt für den echten Einsatz taugt.
Zuerst stand das Drehleitersteigen auf dem Plan. Man wird gesichert und muss eine voll ausgefahrene Drehleiter in schwindelerregende Höhe hochklettern. Wer hier zögert oder Höhenangst zeigt, ist sofort raus. Direkt danach folgte die Rettungsübung. Dabei musste ich eine schwere Übungspuppe (die einen bewusstlosen Menschen simuliert) über eine bestimmte Strecke im Rückwärtsgang retten. Nach dem Sporttest ging das unnormal auf die Kondition, aber die Prüfer wollten sehen, wer auch unter Erschöpfung noch zupacken kann.
Das Vorstellungsgespräch
Nachdem die physischen Hürden genommen waren, folgte das persönliche Vorstellungsgespräch vor der Auswahlkommission, das ebenfalls ein fester Bestandteil im Auswahlverfahren der Berufsfeuerwehr Hamburg ist. Ich war als Bayer in Hamburg natürlich erst einmal ein Exot. Die Prüfer stellten mir gezielte Fragen zu meiner Persönlichkeit und wollten ganz genau wissen, was meine Motivation ist, vom Herd zur Feuerwehr zu wechseln. Meine Erfahrung aus der Stressküche – Teamarbeit, Schichtdienst und Belastbarkeit – konnte ich hier perfekt als Pluspunkte verkaufen.
Die ärztliche Untersuchung
Die letzte Station im Auswahlverfahren der Berufsfeuerwehr Hamburg ist die umfassende ärztliche Untersuchung. Hier wird gecheckt, ob der Körper den harten Belastungen der nächsten Jahre standhält. Nach dem Belastungs-EKG, einem Hör- und Sehtest sowie der Überprüfung der Gelenke und der Lungenfunktion gab der Amtsarzt grünes Licht.
Wochen später hielt ich die Zusage in den Händen. Der Umzug nach Hamburg war beschlossene Sache.
Felix, Brandmeisteranwärter in Hamburg
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