Brandoberinspektor (3. Qualifikationsebene) in München: Erfahrungsbericht zum Auswahlverfahren
Nach ihrer Chemie-Promotion hatte Dr. Sarah Lindner (31) genug von der Laborforschung. Sie suchte eine Führungsaufgabe mit Praxisbezug und berichtet hier von den Herausforderungen ihres Auswahlverfahrens zur Brandoberinspektorin bei der Münchner Feuerwehr.
Reine Forschung im Labor war mir auf Dauer zu einsam. Als Chemikerin reizte mich die Schnittstelle aus Naturwissenschaft, schneller Lagebeurteilung und Führungsverantwortung. Die Entscheidung stand schnell fest: Ich will in den gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst nach München.
Die formalen Hürden für den Einstieg als Brandoberinspektorin sind klar definiert. Ein abgeschlossenes Studium – idealerweise im MINT-Bereich – ist Pflicht. Mein Chemie-Master passte perfekt. Dazu kamen die üblichen Basics: Führerschein Klasse B, das Schwimmabzeichen und die Altersgrenze von maximal 42 Jahren am Tag der Einstellung, was mit meinen 31 Jahren kein Problem war. Nachdem die Bewerbung raus war, kam die Einladung zur ersten Runde im Auswahlverfahren der Berufsfeuerwehr München.
Die mentale Selektion: Assessment Center und Vorstellungsgespräch
Wer eine Führungsrolle im gehobenen Dienst anstrebt, wird psychologisch komplett durchleuchtet. Das Assessment Center im Auswahlverfahren der Berufsfeuerwehr München ist kein Kaffeekränzchen. Bei mir stand als erstes die Selbstpräsentation an. Vor einer hochrangig besetzten Auswahlkommission musste ich in wenigen Minuten meinen Werdegang, meine Stärken und meine Motivation auf den Punkt bringen.
Direkt im Anschluss folgte das Rollenspiel. Hier wird simuliert, wie man unter Druck mit schwierigen Führungs- oder Personalsituationen umgeht. Die Prüfer achten auf jedes Wort, jede Geste und darauf, ob man auch in Konflikten die Ruhe bewahrt. Abgerundet wurde das Ganze durch ein intensives Vorstellungsgespräch.
Die physische Hürde: Der Sporttest
Die erste Hürde im Sporttest im Auswahlverfahren der Berufsfeuerwehr München wartete im Schwimmbad. Die Disziplinen: 200 Meter Schwimmen auf Zeit, direkt gefolgt von 15 Meter Streckentauchen. Besonders das Tauchen erfordert mentale Kontrolle, um nicht vorzeitig aufzutauchen.
Danach ging es in die Halle für die Athletik-Prüfung:
- Kasten-Bumerang-Test: Ein schneller, koordinativer Hindernisparcours mit Vorwärtsrolle. Hier geht es um Wendigkeit unter Zeitdruck.
- Beugehang: Man hält sich so lange wie möglich mit dem Kinn über der Klimmzugstange.
- Pendellauf & Wechselsprünge: Schnelligkeit und Beinkraft.
Das Finale beim Amtsarzt
Wer die sportlichen und intellektuellen Tests meistert, hat die Ziellinie fast erreicht. Den Schlusspunkt setzt die ärztliche Untersuchung. Nach Belastungs-EKG, Lungenfunktionstest und einem kompletten Gesundheitscheck gab es schließlich das „Go“ des Amtsarztes.
Das Auswahlverfahren der Berufsfeuerwehr München erfordert eine intensive, monatelange Vorbereitung – sowohl im Kraftraum als auch im Kopf. Wer hier besteht, weiß danach genau, warum er diesen Job unbedingt machen will.
Dr. Sarah Lindner, Brandoberinspektoranwärterin in München
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